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Seine Freunde nennen ihn manchmal «unseren Schwarzenegger vom Kamptal». Mit seinem geschätzten Wohlfühl-Gewicht von 110 Kilo dürfte er sogar etwas mehr auf die Waage bringen als «Örni» zu seinen besten Bodybuilder-Tagen. Tatsache ist aber auch, dass dieser Fels von Mann die mithin zartesten, geradlinigsten und interessantesten Weissweine Österreichs hervorbringt. Vor allem dem Grünen Veltliner, den er auf vier unterschliedlichen Böden kultiviert, ringt er alle Facetten ab. Während sich der «SPIES», der auf Granit wächst, ungemein mineralisch, straff und geradlinig zeigt, offenbart der «EICHENSTAUDE», auf rotem Schotter gereift, mehr exotische Fruchtaromen und Fülle. Der «LOAM» (Lössboden) und der «KIES» (Stein) reihen sich irgendwo zwischen diesen beiden Antipoden ein. Etwas haben alle weissen Crus von Kurt Angerer gemeinsam. Sie überzeugen immer mit physiologischer Reife und einer perfekt dosierten Säure. Das gilt insbesondere auch für seine beiden Rieslinge. Um das zu erreichen, arbeitet Kurt mit einer sogenannten «Säure-Reserve ». Von jeder Lage und Sorte erntet er in einer Vorernte ein paar hundert Kilo und vinifiziert daraus eine «Säure-Reserve ». Diese nutzt er später, um seine Crus auf völlig natürliche Weise zu perfektionieren, so wie ein grosser Koch mit Intuition und Erfahrung seine Gerichte abschmeckt. Wenns um die Qualität geht, nimmt Kurt Angerer, das Original aus dem Kamptal, einfach jeden erdenklichen Mehraufwand auf sich. So ist es eigentlich nur normal, dass Kurt dieses Jahr an der prestigeträchtigen Vinaria mit seinem Grünen Veltliner KIES 2008 den ersten Platz belegt hat. Der gute Mann hat nur ein Problem, wenn auch ein eines der luxuriösen Art. Weil alle von seinen weissen Crus reden, wird oft vergessen, dass inzwischen auch die Rotweine von Kurt absolut top sind. So ist es heute schon richtig schwierig, im Kamptal einen besseren Zweigelt als seinen zu finden.