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Er ist ein Glückskind. Er keltert fantastische Weine und spielt die Rockgitarre so souverän wie einst die Fogerty-Brüder von Creedence Clearwater Revival. Robert Foley ist Winzer sowie Gitarrist und Sänger in seiner eigenen Bob Foley Band. Was darf man vom Leben noch mehr erwarten? In seinem beeindruckenden, über 300 Meter langen Keller-Stollen oben in den Howell Mountains vereinen sich diese beiden Leidenschaften. Denn tief drinnen im Berg, im hintersten Teil des Kellers, weit weg vom Rest der Welt, gibt es eine geheimnisvolle Tür, durch die man in einen perfekt ausgestatteten Konzertraum gelangt, der irgendwie an das magische Theater im Roman «Der Steppenwolf» von Hermann Hesse erinnert.
Foley hat eine bemerkenswerte Wein-Karriere hinter sich. Nach dem Studium in Davies arbeitete er ab 1977 für Joe Heitz und danach viele Jahre für Markham Vineyards in St. Helena. 1992 wechselte er zum prestigeträchtigen Top-Produzenten Pride Mountain, wo er in den Mayacamas-Hügelzügen am Übergang zum Sonoma County wertvolle Erfahrung im «MountainWinemaking» machen konnte. Als er 1998 schliesslich sein eigenes Weingut-Projekt startete, erstaunte es nicht, dass er sich ebenfalls in den Hügeln niederliess, allerdings am Howell Mountain auf der anderen Talseite. Er gehört zu den wenigen Winzern im Tal, die eine klare Meinung darüber haben, wo die besten Napa-Lagen liegen: «Ich habe in den letzten 30 Jahren mit Trauben aus fast allen Napa-Terroirs gearbeitet, auch aus legendären Rebgärten wie To Kalon oder Martha’s Vineyard. Nach meinen Erfahrungen sind aber die Hügellagen zu bevorzugen», sagt er. So sei hier die Entwässerung der Böden besser, und der um zwei Wochen spätere Austrieb führe dazu, dass später gelesen werde. Generell sei auch das Klima in den Höhenlagen kühler, vor allem was die Tageshöchsttemperaturen betreffe. Gebrochen werde diese Regel nur durch den Nebel, der sich nachts auf die Talebene lege und erst im Verlauf des Morgens wieder abziehe.
Foleys Topweine verkörpern typisch kalifornische Eigenschaften, nämlich eine betörende, aber eben nie ordinär oder eindimensional wirkende Fruchtfülle und eine geballte Ladung von weichem, weil reifem Tannin. «Ich wäre ja ein Idiot, wenn ich in Kalifornien keine kalifornischen Weine machen würde. Entscheidend ist, dass es meinen Gewächsen trotz aller Fülle nicht an der nötigen Frische fehlt», betont er. Sein Topwein namens «Claret» vereint übrigens 40 Prozent Cabernet aus Howell Mountain für Struktur und Balance, und 60 Prozent Cabernet vom Talboden, der ein perfektes Mass an Fruchtfülle beisteuern soll. Dieser hochkarätige, vollmundige «Zwei-Lagen-Blend» beweist, dass im Napa Valley die Möglichkeiten zur Konzeption von Topweinen sprichwörtlich unbegrenzt sind ...
Welcher Film hat sie besonders beeindruckt?
«City Island», mit Andy Carcía, über das chaotisch-normale Leben einer Arbeiterfamilie in der New Yorker Bronx.
Wofür geben sie gerne unvernünftig viel Geld aus?
Gitarren, ich habe über 100 davon, und es könnten noch mehr werden.
Wenn sie nicht Winzer wären, dann …
… Singer und Songwriter, meine zweite Berufung. Und Grossvater.
Welcher Wein hat sie am meisten beeinflusst?
Ein 1968er Charbono der Inglenook Winery. Dieser Wein hat dazu geführt, das ich aus dieser savoyischen Sorte, die einst im Napa Valley verbreitet war, heute aber beinahe verschwunden ist, einen Wein keltere, den ich über alles liebe.
Ihre Lieblings Stadt?
San Francisco. Wenn ich da durch die «guten alten» Quartiere wie North Beach oder Haight-Ashbury spaziere, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich plötzlich ein alter Bekannter mit einem «Heeeee Fooooley!» bemerkbar macht.
Welches Erbstück hat für sie eine besondere Bedeutung?
Ein 400-jähriges Kreuz aus Irland, von meiner Familie väterlicherseits, und ein gepresstes Edelweiss aus dem Wallis, der Heimat meiner Mutter.
Welches Vorhaben möchten sie unbedingt verwirklichen?
Einen Berggipfel in der Sierra Nevada erklimmen, zusammen mit meinem Sohn.
Auf welches Produkt aus dem Supermarkt möchten sie nicht verzichten?
Dijon-Senf und Kronenburg-Bier.
Welche CD hören sie gerade beim Autofahren?
Gerade weil ich ein Rock-Freak bin, habe ich mein Auto zur musikfreien Zone erklärt, unterwegs höre ich am liebsten Radio-Live-Berichte von Football-Spielen.
Was empfehlen sie für ein Gericht zu einem Ihrer Weine?
Zu einem Medium Rare gebratenen Rib-Eye-Steak einen Foley Claret. Oh Mann, ich krieg Hunger