«Ziemlich attraktiv für einen Kalifornier», habe ich in kleines schwarzes Büchlein gekritzelt. Ja, Sie haben bestimmt bemerkt, dass wir uns in den vergangenen Jahren intensiv im Burgund umgesehen haben, dazulernten müsste richtigerweise sagen. Bestimmt, unser Zentrum hat sich verschoben und mit ihm unsere Vorlieben. So kam diese Notiz zustande. Auch wenn dies hier kein Burgunder ist und auch nicht vorgibt, einer zu sein, so macht er mir doch wahnsinnig viel Freude.
Sein Duft ist einzigartig, also im Rhys-Universum, meine ich. Denn er riecht einmal exotisch nach Granatapfel, dann nach Tarocco-Orangen, aber nur um gleich einen Schwall Estragon ins Rennen zu schicken, welcher jedoch sogleich einem himmlischen Kirsch-Aroma weichen muss. Und Sie werden es nicht glauben, der Kerl hat noch mehr drauf, denn auch Veilchen- und Pfingstrosen-Duft sind am Start. Komplex wird hier neu definiert. Konzentriert rotfruchtig und mächtig präsent zeigt sich der Wein im Gaumen. Seine Gerbstoffe trocknen nicht, sind aber durchaus präsent. Doch keine Angst, der Wein ist so saftig, dass die Tannine vom Speichel, der in Massen fliesst, weggewaschen werden. Dies ist ein knackiger Pinot Noir, in dieser Art und Weise komplett unerwartet, also in Kalifornien. Auch dieser Wein wird Ihnen für jedes Jahr, das Sie ihm Zeit geben, danken.