Habe ich schon erwähnt, dass Jean-Marc bei seinem Kumpel Bruno Lorenzo auch was abgekupfert hat? Bei Olivier Lamy (Domaine Hubert Lamy) ist es die Pflanzendichte, welche hier in Les Gravières bei sage und schreibe 17'000 Reben je Hektare liegt. Bruno inspirierte Jean-Marc, die Reben hoch über den Kopf wachsen zu lassen, also über zwei Meter hoch. Der Vorteil einer hohen Pflanze sind ihre vielen Blätter, welche die Sonne nur beschränkt bis zum Boden durchdringen lassen und so die Feuchtigkeit im Boden besser konserviert ist. Nein, diese Tatsache, dass der Boden beschattet wird, ist nicht nur in heissen Jahren von Vorteil, aber dann natürlich noch viel mehr. Heute ist Jean-Marc einer der Vorzeige-Bauern im Burgund, obwohl weder er noch sein Vater Weinbauern waren –, Jean-Marc ist Winzer aus Passion (mit Diplom) und hat die Reben seines Grossvaters übernommen. Diese hier hat er neu gepflanzt, klar, mit Massal-Selektion, und damit den Grundstein für einen unvergleichlichen Wein gelegt. Dieser hier kann nicht nur mit den famosen der Côte de Beaune mithalten, nein, er ist ganz vorne mit dabei. Durchaus könnte man seinen Duft als ungewöhnlich beschreiben, denn er reicht von verführerischen Steinobst-Noten über zarte weisse Blütenaromen, über Brioche-Duft bis hin zu dem Parfum frisch gerösteter Haselnüsse. Der Körper des Weines ist muskulös, die Energie heftig und sein Finale raubt einem den Atem – vielleicht, in ein paar Jahren, auch den Verstand! Kudos, liebe Vincents!