Direkt neben Genevrières liegt Poruzot oder liegt Genevrières direkt neben Poruzot? Für mich, ganz ehrlich, liegt Genevrières direkt neben Poruzot. Rational betrachtet würde ich jetzt behaupten, dass die Weine aus meinem Poruzot im Durchschnitt einfach etwas mehr auf dem Kasten haben, vielschichtiger sind, mehr Energie mitbringen und etwas kerniger sind als die Weine, welche auf der anderen Seite, in Genevrières, wachsen. Aber das ist – wie immer – eine rein subjektive Erfahrung. Was Sie aber einwandfrei erkennen können, ist, dass ich auch hier ehrlich meine Meinung sage und kein Blatt vor den Mund nehme. Habe ich nie getan und werde ich auch nie tun, lieber unbequem, doch ehrlich. Ich hoffe, das sehen Sie genauso. Der Duft dieses Weines ist nichts weniger als himmlisch. Wenn ich die Augen schliesse und mein Glas unter meinen zünftigen Riechkolben halte, kräuseln sich meine Nackenhaare, so wahnsinnig schön ist das Bouquet. Es baut sich immer wieder aufs Neue zusammen aus den Komponenten Birne, Weinbergpfirsich, weisse Blüten, Muskatnuss und frische, geröstete Haselnüsse (ich meine hier frische Haselnüsse, nicht frisch geröstete, mir geht es in diesem Moment um den unverfälschten Duft einer frischen, eben nicht ranzigen Haselnuss) und proportioniert diese Aromen immer etwas unterschiedlich, was den Wein so unvorstellbar faszinierend macht. Einfach herrlich! Unvergleichlich ist der Wein auch im Gaumen, wo er sich elegant, samtig und doch lebendig mit viel Energie und frischer, perfekt eingearbeiteter Säure präsentiert. Sein Finale ist wahnsinnig lang und herrlich mineralisch. Immer und immer wieder schnalzt die Zunge und ich kann es kaum glauben, dass ein Weisser eine solch faszinierende Textur auf die Reihe bekommt. Magisch!